Gemünda in Oberfranken

1150 Jahre Dorfgemeinschaft Gemünda

CIMG2408_klDas Wetter am Vormittag des 10. November 2007 schien wie gemacht für die Eröffnung eines Biomasseheizwerkes.

Darin waren sich alle einig, die zur offiziellen Einweihung der Hackschnitzelheizanlage im Sesslacher Stadtteil Gemünda gekommen waren. Die Eigentümer Gerhard und Gudrun Jöchner begrüßten neben Bürgermeister Hendrik Dressel die Vertreter des Architekturbüros, das für  Planung aus Ausführung verantwortlich zeichnet,  ausführende Firmen, an der Fertigstellung beteiligte  Handwerker und natürlich die Kunden und Abnehmer der Fernwärme, sowie alle interessierten Ortsbürger.

Hausherr Gerhard Jöchner betonte in seiner Begrüßung, dass die Errichtung dieser zukunftsweisenden Heizanlage gewissermaßen eine Lebensaufgabe für ihn und seine Familie darstellt und dass bei der Planung und Durchführung Wert darauf gelegt wurde, v.a. heimische Anbieter zu berücksichtigen. So sei z.B. sogar der Ofen von einem Hersteller aus Gunzenhausen geliefert worden, zwar nicht aus der unmittelbaren Nähe, aber im Vergleich zu den Modellen aus Österreich  immer noch quasi vor der Haustüre.CIMG2397_kl

Architekt Schmidt betonte, dass dieses vergleichsweise kleine Werk (das Heizwerk Sesslach ist 10x so groß)  eine besondere aber auch ungemein reizvolle Herausforderung für sein Architekturbüro gewesen sei und dass es Spaß gemacht habe, solch eine „Insellösung“ im ländlichen Raum zu konzipieren – quasi vom Schweinestall zur Biomasseheizung.

Bürgermeister Dressel hob abschließend hervor, dass dieses Heizwerk ein ideales Beispiel dafür sei, wie  von der Globalisierung zur Regionalisierung eine Stärkung der regionalen Wirtschaft erfolgen kann. Angesichts eines derzeitigen Ölpreises von annähernd 100$ pro Barrel sei die Umstellung auf heimisches Holz zu einem idealen Zeitpunkt erfolgt.

CIMG2402_klBei einer anschließenden Besichtigung standen die Fachleute den interessierten Besuchern Rede und Antwort und informierten vor allem über die technischen Details: 410 Meter Rohre wurden in 2 Strängen zwischen Heizzentrale und Abnehmern verlegt. Eingebaut wurde ein 300 KW Ofen, der die Heizleistung von 70 000 bis 80 000 Litern Heizöl erbringt. Der Hackschnitzelbunker fasst knapp 48 Kubikmeter und wird zum gegenwärtigen Zeitpunkt 1 – 2 mal pro Woche gefüllt. Das nötige Heizmaterial wird bei der Familie Jöchner in einer eigenen Halle trocken gelagert. Da man nicht an bestimmte Lieferanten gebunden ist, können sich die Betreiber immer wieder nach preisgünstigen Anbietern in der Region umsehen. Die Dosierung erfolgt verbrauchsabhängig, der Brennraum wird zur Gänze ausgenützt, so dass ein sehr hoher Verbrennungsgrad erreicht wird. Die anfallende Asche ist von erstaunlich  geringer Menge. Ein Havariekessel sorgt bei Spitzenheizzeiten, Ausfall – und Reparaturzeiten dafür, dass die Wärmelieferung an die Abnehmer reibungslos weiterläuft.

Abschließend waren sich Eigentümer, Fachleute, Kunden und Besucher darüber einig, dass mit dem entstandenen Heizwerk ein großer Schritt in die richtige Richtung getan wurde.



Von Astrid Franz Am Sonntag, 11. November 2007