Gemünda in Oberfranken

1150 Jahre Dorfgemeinschaft Gemünda

Ein Relikt aus früheren Zeiten wurde in Gemünda wieder zu neuem Leben erweckt!

Donnerstag Abend, 19:00 Uhr: aus einem kleinen Raum im Erdgeschoss des evangelischen Gemeindehauses ist fröhliches Geplauder zu hören. Drinnen sitzen um einen großen Tisch ein gutes Dutzend weibliche Gemeindemitglieder verschiedenen Alters. Kein freies Plätzchen ist auf dem hellen Holztisch zu entdecken, dicke rote Kerzen verströmen ein gemütliches Licht, alle sind mit Handarbeiten beschäftigt.

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Die Lichtstube ist wieder eröffnet!

Seit einem Jahr wird  ein leerstehender Raum genutzt, um diesen alten, schönen Brauch wieder zum Leben zu erwecken.

Frühere Generationen haben es auf dem flachen Land überall gepflegt, das Sich-Zusammenfinden zur Winterzeit um gemeinsam zu spinnen, zu nähen und zu stricken und dabei die Ereignisse aus der unmittelbaren Umgebung zu besprechen.

Die Initiatorin der “Gemünner Lichtstube”, Bärbel Hämmelmann, wollte in der dunklem Jahreszeit  den Frauen des Ortes einen Raum und eine Gelegenheit geben, gemeinsam zu arbeiten, zu erzählen und dabei noch für einen guten Zweck tätig zu sein. Der Aspekt des Strom – und Heizungssparens steht heutzutage sicherlich nicht mehr im Vordergrund, die Geselligkeit ist es und das Finden der eigenen kreativen Fähigkeiten, die mancher voller Überraschung an sich selber entdeckt!

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Von Oktober bis März trifft man sich jeden zweiten Donnerstag von 19:00 bis 21:00 Uhr. Mittlerweile gehören 16 Frauen zum festen Kreis, die je nach Fähigkeiten und Vorlieben die verschiedensten Handarbeiten anfertigen. Eine kurze Lesung zu Beginn und das gemeinsame Vater unser zum Abschluss geben dem Abend einen würdigen religiösen Rahmen.

Die so entstehenden kleinen Kostbarkeiten werden in der Adventszeit verkauft, entweder im Anschluss an das traditionelle Adventskonzert oder nach den Sonntagsgottesdiensten. So wurden im vergangenen Jahr u.a. Filzhüte,Socken, Kissen und Holzfiguren angeboten, besonderes Augenmerk legte man auf Weihnachtsschmuck und Weihnachtskarten.Der Erlös floss sowohl in den “Garten der Besinnung”, als auch in das Partnerdekanat in Tansania.

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In diesem Jahr widmet  sich  Alt und Jung mit großen Eifer der Gestaltung wunderschöner Puppen, sowie der Herstellung von Fotokalendern mit Motiven aus dem eigenen Dorf.

Bleibt zu hoffen, dass die Erzeugnisse der Lichtstube reißenden Absatz finden werden und die Teilnehmerinnen weiterhin so motiviert und kreativ bei der Arbeit sein werden.



Von Astrid Franz Am Freitag, 5. November 2010